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Wohnen an den Barmer Anlagen

Schon seit der frühen Neuzeit lassen sich in Wuppertal-Barmen -damals noch eine eigenständige Stadt- protoindustrielle Fertigungsbetriebe für die Fertigung von Garnen und Textilien nachweisen. "Bereits im Jahr 1527 erhielt die Stadt herzogliche Garnnahrungsprivilegien. Der Entwicklung hin zu einer boomenden Textilmetropole standen damit keine Hindernisse mehr im Wege", beschreibt Thomas Kramer von Thomas Kramer Immobilien die Historie Barmens. "Und schnell wurde das waldreiche Gebiet um die Untere- und Obere Lichtenplatzer Straße sowie der Lönsstraße als ideales Wohnumfeld entdeckt. Bis heute eine der schönsten Wohnlagen in Wuppertal."

 
Artikel vom 02.10.2019

Wohnen an den Barmer Anlagen
Wohnen an den Barmer Anlagen
Wohnen an den Barmer Anlagen
Wohnen an den Barmer Anlagen
Wohnen an den Barmer Anlagen
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Frühe Industrialisierung

Frühe Industrialisierung

Eine typische Villa eines Barmer Fabrikanten aus dem 19. Jahrhundert

Das Wasser der Wupper eignete sich hervorragend zum Bleichen von Garnen und Textilien. Diese natürlichen Ressourcen nutzten die Fabrikanten in Barmen, um im Tal der Wupper ihre Textilprodukte herzustellen und in einen wachsenden europäischen Markt hinein zu verkaufen. "Dabei zeigten sich schnell zwei Probleme: Die Anzahl an Mitarbeitern stieg kräftig an und es wurden immer neue Wohngebiete erschlossen, um den Arbeitern Platz zum Wohnen zu bieten - wenn auch unter häufig sehr ärmlichen Bedingungen", weiß Thomas Kramer und führt weiter aus: "Zum zweiten Problem entwickelte sich die starke Belastung der Gewässer und der Atemluft durch die von den Bleichern eingesetzten Chemikalien. Den Fabrikanten war schnell deutlich: Wir müssen in die nähere Umgebung ziehen. Dorthin wo eine frische Brise weht und wir mit unseren Familien in Ruhe gesund leben können." So geriet der Wald, der sich im Süden Barmens den Berg hinaufzieht in das Visier der betuchten Barmer Bürger.

Der Barmer Verschönerungsverein entsteht

Der Barmer Verschönerungsverein entsteht

Der Tolleturm wurde 1888 von der Fabrikantenfamilie Toelle zum Gedenken an das Familienoberhaupt Ludwig-Ernst Toelle gestiftet.

Nachdem an der heutigen Lönsstraße, die damals Kohlenstraße hieß, die ersten Villen von Fabrikanten in Planung und Bau waren, erkannten vorausschauende Barmer Bürger, dass die Gefahr einer Zersiedelung dieses Gebietes drohte. "So wurde im Jahr 1864 der Barmer Verschönerungsverein gegründet. Mit dem Ziel, in diesem südlichen Bereich Barmens eine große Parkanlage entstehen zu lassen, die für die Bevölkerung Barmens frei zugänglich sein und der Kontemplation und Erholung dienen sollte", erläutert Immobilien-Spezialist Thomas Kramer. Ein Nebeneffekt dieser Aktivitäten: Es gab nur noch eine eingeschränkte Anzahl an Grundstücken im Umfeld der Barmer Anlagen, welche bebaut werden konnten. Im Verlauf der Zeit entstanden rings um den Park, dem Toelleturm und der ehemaligen Bergbahn-Linie einige Villenviertel, welche den reichen Familien Wuppertals vorbehalten blieben. "Frische Luft und die ruhige Atmosphäre der Parkanlagen sorgten hier für ein gediegenes Wohnumfeld, welches den Bewohnern bis heute eine einzigartige Wohnqualität rundum der Barmer Anlagen bietet."

Die Barmer Anlagen

Die Barmer Anlagen

An die ehemalige Bergbahn, die im Jahr 1959 ihre letzte Fahrt absolvierte, erinnert heute nur noch das Ausflugslokal "Zur allten Bergbahn" direkt neben der ehemaligen Trasse.

Nachdem die Barmer Fabrikanten und Kaufleute die Gefahr der Zersiedelung des Barmer Waldes erkannten -unter ihnen sehr bekannte Persönlichkeiten wie z.B. August Engels, Friedrich von Eynern oder Wilhelm Werlé- begannen sie das durch Spenden eingesammelte Geld in den Erwerb von Waldflächen zu investieren. "Im Verlauf der Zeit entstand so eine Parkanlage, die noch heute mit einer Fläche von etwa 77 Hektar (770.000 m²) als die zweitgrößte private, gleichwohl für die Öffentlichkeit frei zugängliche Parkanlage Deutschlands geführt wird." Allein die Dimension der Parkanlage, die seit Ende der 1860er Jahre durch den königlichen Gartenbaudirektor Joseph Clemens Weyhe gestaltet wurde, zeigt, welche enorme wirtschaftliche Bedeutung Barmen im damaligen Deutschen Reich hatte." Die Parkanlage ist durchzogen von kleinen Spazierwegen, die immer wieder auf Plätze stoßen, deren Namen häufig an berühmte Persönlichkeiten aus dem Kreis der Spender des Barmer Verschönerungsvereines erinnern. "Zur Glanzzeit der Barmer Anlagen entstanden auf dem Gelände unter anderem ein Musiktempel, eine neue Barmer Stadthalle nebst Galerie und Konzertsaal, ein Planetarium sowie die Barmer Bergbahn. Damit war ein komplexes Zentrum der Naherholung entstanden, welches in Deutschland seinesgleichen suchte."

Das "Who is Who" der Bergischen Gesellschaft

Das

Ein lauschiges Plätzchen in idyllischer Atmosphöre. Typisches Beispiel für die Architektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts

"Wer etwas auf sich hielt, baute eine Villa an den Barmer Anlagen", auf dieses kurze Motto lässt sich die um die 1880er Jahre beginnende rege Bautätigkeit im Umfeld der großen Parkanlage bringen. Thomas Kramer bestätigt: "Zur damaligen Zeit war die bürgerliche Gesellschaft eng verknüpft. Es wurde untereinander geheiratet, die Verbindungen der Familien wurden damit enger. Und so finden sich immer wieder Beispiel dafür, dass eine Familie mit dem einen Zweig im Villenviertel am Brill mit einem Neubau vertreten ist, während der andere Zweig ein ähnlich groß dimensioniertes Domizil an den Barmer Anlagen ihr Eigen nannte." Für alle Villenviertel in Wuppertal galt es zur damaligen Zeit, dass die finanziellen Mittel ausreichend waren, um die namhaftesten Architekten des Deutschen Reichs zu beschäftigen. "Es ist auffallend, dass gerade an den Barmer Südhöhen und im Briller Viertel einige Architekten mit mehreren Projekten vertreten sind. Zum Beispiel finden sich Villen von Heinrich Metzendorf sowohl in Barmen als auch in Elberfeld. Und man kann heute aus damaliger Sicht auch sehr avantgardistische Objekte finden", führt Makler Thomas Kramer aus. "Wenn man sich für eine Immobilie an den Barmer Anlagen interessiert, sollte man sich auf jeden Fall die Zeit nehmen und einen Spaziergang - mit geschärftem historischen Blick - durch die angrenzenden Wohngebiete unternehmen."